THORSTEN WULFF FOTOGRAFIE

Willy

spricht

sehr

gutes

R.

ein

Brandt

Günter Grass

Zwei Premieren an einem Wochenende, Gernot Grünewalds Moby Dick im Studio und Pit Holzwarths König Lear in den Kammerspielen. Gernot, hier oben mit Mütze, schafft es das Studio tatsächlich in Ahabs Pequod zu verwandeln, mit all dem Dreck der so zu einem Walfänger des Jahres 1850 gehört.

Neu im Theater Lübeck

Moby Dick Blut, Lebertran, und andere Flüssigkeiten fliegen  Katrin Aebischer, Matthias Hermann und Thomas Schreyer um die Ohren. Die drei durchleben als Ahab, Ismael und Starbuck die Qualen des ganz normalen Walkampfs, der Mindestlohn ist hier bekanntlich eine Goldmünze für das erspähen der weißen Bestie. Daniel Sapier aus Tel Aviv unterlegt das ganze mit einem bedrohlichen Teppich elektronischer Musik, selten ist man dem weißen Wal in einem Theater näher gewesen.

 

Moby Dick seeks thee not. It is thou, thou, that madly seekest him!

Lear fordert dem Publikum einiges ab, kaum eine der Figuren kommt heil davon. Absolut sehenswert, wie sich Robert Brandt, Andreas Hutzel, Will Workman, Susanne Höhne, Anne Schramm, Sara Wortmann und Julius Robin Weigel durch das Dickicht dieser Familienstreitigkeit kämpfen. Wunderbar reduziertes Bühnenbild von Werner Brenner mit sich selbständig machenden  Rollkoffern und einer an Kubrick erinnernden Beleuchtung, musikalisch untermalt von Achim Gieseler. Es lohnt sich bis zum bitteren Ende zu bleiben, denn da erhebt Multitalent Will Workman nochmal seine Gesangsstimme.

 

Nothing can come of nothing: speak again.

Moby Dick

King Lear

SPIEGEL INTERVIEW